2014_12 Tipp des Monats Dezember

Wenn die Kinder frieren…

  • So sehr wir uns auf den Winterurlaub freuen, die kalte Jahreszeit kann auch sehr zu schaffen machen mit überraschendem Kälteeinbruch, mit Wetterwechsel während einer Tour. Oft werden die Kinder beim Spiel oder bei sportlicher Aktivität überrascht und nehmen die Kälte erst spät wahr. Nun heißt es schnell handeln:
  • Wenn die Kinder durchnässt und frierend nach Hause kommen, hilft kein Schimpfen: unverzüglich ausziehen und in die Badewanne. „Unverzüglich“ heißt: ohne Zwischenstopp direkt ins Badezimmer, wo das Wasser schon einläuft. Kinder kann man notfalls auch zu Zweit (oder Dritt) in der Badewanne unterbringen. Dann ordentlich warmes Wasser einlaufen lassen, dass der Körper möglichst ganz bedeckt ist. Wenn man nach 15min. das erste Kind rausholt und abtrocknet, kann in der Küche schon Teewasser aufgesetzt werden.

Wärme von außen und von innen – bevor die Gegenreaktion des Organismus anläuft! – hilft oft, eine Erkältung ganz zu verhindern.

Erwachsene können einen Schritt weiter gehen:

  • das Überwärmungsbad fängt wohltemperiert an und dann lässt man heißes Wasser zulaufen, damit die Temperatur erhöht wird. Dauer maximal 15min. Gerne auch schon in der Wanne den ersten Tee trinken. Wenn es zu warm wird, also unangenehm heiß… dann ist Stop!
  • Wasser ablaufen lassen, Aufstehen und kalt abduschen. Kalt? Ja kalt! Mit dem kalten Wasser, das nur kurz die Körperoberfläche streift, wird die Wärme nach innen getrieben. Später sitzt man eingehüllt in einen Frotteebademantel und eine Decke im warmen Zimmer und schwitzt ein wenig nach. Dann kommt die Wärme wieder von innen nach außen – wie Ebbe und Flut.
  • Mit diesen Überwärmungsbädern hat mein Großvater schon viele Heilungen erleben dürfen. Er hatte 7 Kinder, die zum Schrecken jeden Arztes wurden, weil sie alle Krankheiten „wegschwitzen“ wollten. Und die Haut meiner 90-jährigen Tante – zart wie ein Kinderpopo.

Dr. Hein Reuter, Bad Homburg

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